Wenn der Rücken bis in Arme oder Beine schmerzt

Radiologie Blankeneser BahnhofPatientengeschichte

Neues Behandlungsverfahren trifft den Schmerz schonend am Punkt

Für Millionen von Menschen in Deutschland bedeuten Rückenschmerzen nur eines: Minderung der Lebensqualität. Die Ursachen sind vielfältig und beruhen oft auf Fehlhaltungen und Fehlbelastungen der Wirbelsäule.

Dies führt zu Verschleißerscheinungen an der Bandscheibe und an den kleinen Wirbelgelenken. Kommt es dann zu einem Bandscheibenvorfall oder wird durch eine knöcherne Einengung ein Nerv in der Wirbelsäule „eingeklemmt“, strahlen die Beschwerden im Rücken oft bis in Arme oder Beine aus und schränken die Bewegungsfähigkeit stark ein. Es entsteht ein Kreislauf aus Schmerzen, Muskelverspannung und Fehlhaltung. Ein neues Behandlungsverfahren, die Periradikuläre Therapie (PRT) unterbricht diesen Kreislauf am Ort der Entstehung punktgenau. „Erst zog es bis in den Oberschenkel hinein, ich konnte nicht mehr richtig stehen. In den letzten drei Monaten vor der Behandlung konnte ich auch schon nicht mehr richtig sitzen. Und selbst kleinste Treppen haben bei mir ungeheuerliche Schmerzen ausgelöst,“ beschreibt Karl-Heinz Menzel (74) diesen Schmerzkreislauf, dem er fast ein Jahr ausgesetzt war. „Ich war richtig verängstigt, weil ich als alter Sportler und Fußballer über 50 Jahre bis auf Sportverletzungen nicht in ärztlicher Behandlung gewesen bin. Mir ging es immer blendend, bis ich vor einem Jahr plötzlich starke Schmerzen im Rücken bekam. Alles wurde untersucht aber keiner der zahlreichen Ärzte konnte die Ursache meiner starken Schmerzen finden.“

Prof. Steiner erklärt Karl-Heinz Menzel die Ergebnisse der MRT-Untersuchung und den weiteren Behandlungsverlauf

Prof. Steiner erklärt Karl-Heinz Menzel die Ergebnisse der MRT-Untersuchung und den weiteren Behandlungsverlauf

Durch Zufall hörte Karl-Heinz Menzel von dem neuen Behandlungsverfahren. Bei der Periradikulären Therapie wird zunächst vor der eigentlichen Behandlung per Magnetresonanztomograph (MRT) das Krankheitsbild abgeklärt. „Die Untersuchung im MRT dient uns als Entscheidungsgrundlage, da Rückenschmerzen viele Ursachen haben können und gleiche Symptome bei Patienten oft unterschiedliche Krankheitsgründe haben,“ erklärt Prof. Dr. Paul Steiner, Facharzt für Diagnostische Radiologie bei VISIORAD am Standort Radiologie Blankeneser Bahnhof. „So wollten wir bei Herrn Menzel durch das MRT der Brust- und Lendenwirbel einen spinalen Tumor ausschließen.“

Nachdem mit der modernen Bildgebung die Ursachen der starken Schmerzen bei Herrn Menzel schnell gefunden wurden, konnte die Behandlung beginnen. Der Patient liegt dabei auf dem Bauch. Unter Kontrolle eines Computertomographen (CT) wird über eine sehr dünne Injektionsnadel zunächst ein Kontrastmittel eingespritzt, um die optimale Platzierung der Nadel zu kontrollieren. „Wir können so millimetergenau sehen, wo die Nadel gesetzt werden muss und in welchem Winkel und welcher Tiefe wir den betroffenen Nervenwurzelkanal punktgenau erreichen,“ so Prof. Steiner. „Haben wir diese Position ermittelt wird ein schmerz- und entzündungshemmendes Medikament injiziert.“

Mit CT-Unterstützung wird der punktgenaue Sitz der Injektion überprüft

Mit CT-Unterstützung wird der punktgenaue Sitz der Injektion überprüft

Dieses Medikament ist eine Mischung aus einem lokalem Betäubungsmittel und Kortison. Dabei bekämpft das Kortison die Reizreaktion, die der Druck der Bandscheibe oder der Wirbelsäulenknochen auf den Nerven oder die Nervenfaser erzeugt. Es kommt zu einer Eindämmung der Entzündung um die Nervenwurzel und zu einem Abschwellen der Nervenwurzel selbst. Im Falle von Bandscheibenvorfällen kann auch ein Schrumpfen des verlagerten Bandscheibengewebes beobachtet werden. Die Bandscheibenwölbung bildet sich schneller zurück. Neben dem Kortison durchbricht ein örtliches Betäubungsmittel den Schmerzkreislauf. „Unser Ziel ist es, den Schmerz gemessen auf einer Zehnerskala von einem unaushaltbaren Schmerz der Stufe 10 auf eine erträgliche Stufe 4 zu reduzieren. Denn die Ursache der Schmerzen, der Verschleiß, bleibt weiterhin bestehen. Jedoch verschwindet der Schmerz in vielen Fällen wie etwa bei Herrn Menzel auch ganz,“ so Steiner.

Der eigentliche Eingriff dauert nur wenige Minuten

Der eigentliche Eingriff dauert nur wenige Minuten

Eine Linderung der Schmerzen tritt oft schon nach der ersten oder zweiten Behandlung ein. Dabei kann der Abstand der Behandlungen zwischen wenigen Tagen bis mehreren Wochen betragen. Nach der Behandlung kann der Patient die Wirbelsäule wieder wie gewohnt normal belasten. Bei Karl-Heinz Menzel reichten zwei Behandlungen in Abständen von einer Woche. „Vor der ersten Spritze konnte ich die Stufen zur Praxis vor Schmerzen gar nicht mehr laufen,“ beschreibt Menzel sein Leiden. „Nach der ersten Spritze waren die Schmerzen schon zu 70 bis 80 Prozent verschwunden. Und nach der zweiten Spritze merkte ich fast gar nichts mehr. Ich jogge wieder und bin nahezu schmerzfrei.“

Die Behandlung kann mehrfach wiederholt werden, ist komplikationsarm und kann ambulant durchgeführt werden. Auf eine belastende Vollnarkose und Operation kann verzichtet werden. Der Patient erhält nur ein kleines Pflaster und kann danach sofort wieder aufstehen.

Für WELT-Leser bietet VISIORAD eine Telefon-Hotline an. Nähere Informationen zum Untersuchungsablauf und zu einer Terminvereinbarung gibt es für den Standort in Hamburg Blankenese unter Telefon (040) 8662 537-460 und für den Standort in Pinneberg unter Telefon (041019) 5442-0. VISIORAD bietet seit über 25 Jahren ein umfassendes medizinisches Präventions-, Diagnostik- und Therapieangebot in den Bereichen Radiologie, Nuklearmedizin sowie Strahlentherapie an. An den insgesamt 6 Standorten in Hamburg und Schlewsig-Holstein versorgt VISIORAD fast 80.000 Patienten pro Jahr. Mehr Informationen über VISIORAD erhalten Sie unter www.visiorad.de

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